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Die Technik von Digital-Pianos

Schon vor Jahrzehnten entstand das Bedürfnis, elektronische Instrumente zu entwickeln, welche den Klang von Klavieren und Flügeln nachahmen. Das Grundprinzip ist, dass eine Elektronik gemäss der Betätigung der Tasten elektrische Schwingungen herstellt, die dann mit einem oder mehreren Lautsprechern in Schall umgewandelt werden können. Die so zu erzielenden Vorteile gegenüber mechanischen Instrumenten sind vielfältig:

  • Elektronische Instrumente können sehr viel kostengünstiger hergestellt werden. Zudem entfällt weitestgehend der Aufwand für die Wartung.
  • Sie können sehr viel leichter und kompakter sein, damit auch leichter zu transportieren.
  • Sie halten perfekt die Stimmung, die zudem sehr einfach und schnell an andere Instrumente angepasst werden kann.
  • Der Klangcharakter kann meist stark den Gegebenheiten angepasst werden, und oft können sogar zusätzlich auch Klänge anderer Instrumente wie z. B. dem Cembalo erzeugt werden.
  • Die Lautsprecher lassen sich leicht auch durch Kopfhörer ersetzen, womit das Üben ohne jede Störung der Umgebung möglich ist, somit auch zu jeder Tages- und Nachtzeit. Selbstverständlich lässt sich auch die Lautstärke in einem weiten Bereich den Anforderungen anpassen.

Vom Synthesizer zum Sampling

Frühe Versuche mit elektronischen Klavieren, die auf analoger Elektronik und dem Synthesizer-Prinzip basierten, führten oft nicht zu einer überzeugenden Klangqualität. Es stellte sich schnell heraus, dass für einen guten Klavierklang die realistische Nachbildung der komplizierten Einschwing­vor­gänge entscheidend ist. Dies ist mit dem Prinzip des elektronischen Syn­the­sizers möglich, jedoch sehr aufwändig.

Heutige Instrumente arbeiten in aller Regel nach dem Sampling-Prinzip. Hier werden Klangaufnahmen von guten mechanischen Instrumenten verwendet, die dann beim Betätigen einer Taste wieder abgespielt werden. Somit wird auch der komplizierteste Einschwingvorgang detailgetreu wiedergegeben anstatt künstlich nachgebildet. Da das Sampling-Prinzip mit digitaler Elektronik realisiert wird, spricht man heute oft von Digital-Pianos.

Ein wichtiger Unterschied zu Digital-Orgeln ist, dass ein Digitalpiano eine ausgefeilte Anschlagsdynamik aufweist: Die Stärke des Tastenanschlags bestimmt die Lautstärke des Klangs, und bei modernen Instrumenten auch die Klangfarbe. Die Qualität eines Instruments hängt unter anderem stark von der Qualität der Tastatur ab sowie von der Genauigkeit, mit der die Anschlagsstärke bei der Klangerzeugung berücksichtigt wird.

Vielfältige Möglichkeiten

Die meisten Digital-Pianos verwenden Samples verschiedener Instrumente. Damit können Sie z. B. zwischen einem Konzertflügel und einem Jazz-Klavier umschalten. Sogar ganz andere Klänge stehen oft zur Verfügung, was die musikalischen Möglichkeiten nochmals erweitert.

Digital-Pianos haben häufig nicht nur elektronische Ausgänge für den erzeugten Klang, sondern auch Ein- und Ausgänge für MIDI-Signale. Dies ermöglicht es beispielsweise, auch andere elektronische Instrumente anzusteuern, MIDI-Signale mit einem Sequenzer aufzunehmen oder Signale von anderen Instrumenten abzuspielen. Viele Digital-Pianos können auch intern oder auf einem USB-Stick die erzeugten MIDI-Signale speichern und später wieder abspielen. Damit wird es z. B. möglich, normalerweise vierhändig gespielte Stücke in zwei Durchgängen allein einzuspielen.

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